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Blaue Karte EU beantragen: Gehaltsgrenzen 2026

Das Wichtigste in Kürze

Die Blaue Karte EU ist der Aufenthaltstitel für Fachkräfte mit akademischer Ausbildung und einem Arbeitsvertrag in Deutschland. 2026 gilt ein Mindestgehalt von 50.700 Euro im Jahr, für Engpassberufe und Berufseinsteiger genügen 45.934,20 Euro (§ 18g AufenthG).

Das Wichtigste zu diesem Behördengang
ZuständigAusländerbehörde
Gebühr100 Euro bei Erteilung, 96 Euro bei Verlängerung bis drei Monate, 93 Euro bei Verlängerung über drei Monate (§ 45 AufenthV)
Dauerohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zügiger, mit Zustimmung einige Wochen mehr
FristArbeitgeberwechsel im ersten Beschäftigungsjahr muss der Ausländerbehörde angezeigt werden
Rechtsgrundlage§ 18g Aufenthaltsgesetz (AufenthG)

Zuständige Stelle

Dieser Behördengang läuft über die Ausländerbehörde. Adresse, Öffnungszeiten und Termine an Ihrem Wohnort finden Sie hier:

Worum es geht

Die Blaue Karte EU richtet sich an Personen mit Hochschulabschluss - oder einer gleichwertigen mindestens dreijährigen tertiären Ausbildung - und einem Arbeitsvertrag mit einem Gehalt oberhalb einer gesetzlich festgelegten Schwelle. Die Schwelle selbst steht als Prozentsatz im Gesetz und wird jedes Jahr neu in Euro umgerechnet, weil sie an die Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung gekoppelt ist.

Wer die Aufenthaltserlaubnis wegen eines niedrigeren Gehalts oder eines anderen Zwecks hat, findet dort die allgemeinen Regeln zu Erteilung und Verlängerung.

Zwei Gehaltsgrenzen, ein Titel

Für die Blaue Karte EU gelten 2026 zwei Gehaltsschwellen: 50.700 Euro im Jahr im Regelfall, das sind 50 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung. Für Engpassberufe, Berufseinsteiger und bestimmte IT-Fachkräfte genügen 45.934,20 Euro, das sind 45,3 Prozent - dafür ist zusätzlich die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nötig. Rechtsgrundlage ist § 18g AufenthG.
Schematische Darstellung der Gehaltsschwellen 2026, keine amtliche Bekanntmachung.

Gehaltsgrenzen 2026

GruppeSchwelleBetrag 2026
Regelfall50 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze50.700 Euro im Jahr
Engpassberufe und Berufseinsteiger45,3 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze45.934,20 Euro im Jahr
IT-Fachkräfte ohne Hochschulabschlusswie Engpassberufe, zusätzlich 3 Jahre einschlägige Berufserfahrung in 7 Jahren45.934,20 Euro im Jahr

Wer zu den Engpassberufen zählt

Die niedrigere Schwelle gilt für bestimmte Berufsgruppen nach der internationalen Berufsklassifikation ISCO-08 - unter anderem Naturwissenschaften, Mathematik, Ingenieurwesen, Medizin und bestimmte IT-Berufe - sowie für Berufseinsteiger, deren Hochschulabschluss nicht mehr als drei Jahre zurückliegt. In diesen Fällen braucht die Ausländerbehörde zusätzlich die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (§ 18g Absatz 1 Satz 2 AufenthG).

Arbeitgeberwechsel im ersten Jahr

Anzeigepflicht beachten

In den ersten zwölf Monaten der Beschäftigung müssen Sie einen Arbeitgeberwechsel der Ausländerbehörde anzeigen. Sie kann ihn innerhalb von 30 Tagen aussetzen oder ablehnen, wenn die Voraussetzungen beim neuen Arbeitgeber nicht vorliegen.

Schnellerer Weg zur Niederlassungserlaubnis

Inhaberinnen und Inhaber einer Blauen Karte EU können die Niederlassungserlaubnis bereits nach 27 Monaten Beschäftigung beantragen, mit Deutschkenntnissen auf Niveau B1 schon nach 21 Monaten - deutlich früher als im Regelfall nach fünf Jahren.

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Besondere Fälle

Mein Gehalt liegt knapp unter der Schwelle - geht trotzdem etwas?
Für die Blaue Karte EU ist die Schwelle bindend, hier gibt es keinen Ermessensspielraum. Prüfen Sie stattdessen eine Aufenthaltserlaubnis zu einem anderen Zweck, etwa als Fachkraft mit Berufsausbildung.
Was passiert, wenn ich den Arbeitgeber in den ersten zwölf Monaten wechsle, ohne das zu melden?
Die Ausländerbehörde kann das nachträglich prüfen und den Wechsel aussetzen oder ablehnen. Zeigen Sie einen Wechsel deshalb vorher an, um Probleme mit Ihrem Aufenthaltsrecht zu vermeiden.

Worauf es ankommt

  • Die Gehaltsgrenzen ändern sich jedes Jahr, weil sie an die Beitragsbemessungsgrenze gekoppelt sind - prüfen Sie die aktuelle Zahl vor der Antragstellung.
  • Das beschleunigte Fachkräfteverfahren nach § 81a AufenthG kostet zusätzlich 411 Euro, die der Arbeitgeber trägt (§ 47 Absatz 1 Nummer 15 AufenthV).
  • Für die elektronische Karte selbst gelten dieselben Regeln wie für jeden anderen elektronischen Aufenthaltstitel.

Häufige Fragen

Rechtsgrundlagen

Geprüft am 21. Oktober 2026 gegen § 18g AufenthG (Gehaltsschwellen als Prozentsatz der Beitragsbemessungsgrenze, Engpassberufe, IT-Fachkräfte) und §§ 45, 47 AufenthV (Gebühren). Die Eurobeträge für 2026 stammen aus der jährlichen Rechengrößenverordnung und wurden über mehrere unabhängige Fachquellen gegengeprüft, nicht im Wortlaut einer BMI-Bekanntmachung. Alle Angaben ohne Gewähr - verbindlich ist die zuständige Behörde.