Warntag, Sirenen und Warn-Apps: So werden Sie gewarnt
Der Bundesweite Warntag findet in der Regel am zweiten Donnerstag im September statt - zuletzt am 10. September 2026, als Nächstes am 9. September 2027. Gegen 11 Uhr kommt eine Probewarnung, gegen 11:45 Uhr die Entwarnung. Gewarnt wird über Cell Broadcast, Warn-Apps wie NINA, Radio, Fernsehen und Sirenen.
| Nächster Warntag | Donnerstag, 9. September 2027 (BBK) |
|---|---|
| Ablauf | gegen 11 Uhr Probewarnung, gegen 11:45 Uhr Entwarnung |
| Sirene: Warnung | eine Minute auf- und abschwellender Heulton |
| Sirene: Entwarnung | eine Minute gleichbleibender Heulton |
| Cell Broadcast | seit 23. Februar 2023, Empfang ab Android 11 oder iOS 16.1 |
| Notvorrat | möglichst für 10 Tage, mindestens für 3 Tage; 2 Liter Wasser je Person und Tag |
Worum es geht
Bei Unwettern, Großbränden, Hochwasser oder Gefahrstoffen müssen Behörden viele Menschen schnell erreichen. In Deutschland geschieht das über einen Mix aus Warnkanälen: Nachrichten aufs Handy, Warn-Apps, Radio und Fernsehen, Sirenen und Lautsprecherwagen. Gesteuert wird das über das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes.
Einmal im Jahr werden diese Wege beim Bundesweiten Warntag gemeinsam erprobt. Ob Ihre Gemeinde dabei Sirenen auslöst, entscheidet sie selbst - die Teilnahme der Kommunen ist freiwillig.
Die Warnkanäle im Überblick
| Kanal | Wie Sie gewarnt werden | Was Sie tun müssen |
|---|---|---|
| Cell Broadcast | Textnachricht direkt aufs Handy, auch ohne App | Android ab Version 11 oder iOS ab 16.1, Handy an und nicht im Flugmodus |
| Warn-App NINA | Push-Nachricht mit Verhaltenstipps, auch Wetter- und Hochwasserwarnungen | App installieren und Orte abonnieren |
| Radio und Fernsehen | Durchsagen und Laufschriften | Sender einschalten, im Notfall batteriebetriebenes Radio |
| Sirenen | lauter Heulton, auch nachts | Signal kennen, dann Radio oder App einschalten |
| Lautsprecherwagen | Durchsagen vor Ort | Anweisungen befolgen |
Warum es den Warntag gibt
Der Bundesweite Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen. Er dient dazu, die Warnsysteme zu erproben und die Bevölkerung mit den Warnmitteln vertraut zu machen. Gewarnt wird mit einem Warnmittelmix: Kein einzelner Warnkanal erreicht alle Menschen, deshalb laufen Warnungen gleichzeitig über Handy, Apps, Radio, Fernsehen, Sirenen und die Anzeigen der Verkehrsbetriebe. Zuständig sind auf Bundesebene das BBK, in den Ländern die Innenministerien und vor Ort die Katastrophenschutzbehörden der Landkreise und Städte.
Der Warntag dauert nicht lange: Gegen 11 Uhr kommt die Probewarnung, gegen 11:45 Uhr die Entwarnung.
Sirenensignale verstehen
Seit einem Beschluss der Innenministerkonferenz von 2019 gelten in Deutschland einheitliche Signale:
Warnung
Ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton. Gehen Sie in ein Gebäude, schließen Sie Fenster und Türen und informieren Sie sich über Radio, Warn-App oder die Webseite Ihrer Gemeinde.
Entwarnung
Ein einminütiger, gleichbleibender Heulton. Die Gefahr ist vorbei; achten Sie trotzdem auf weitere Hinweise der Behörden.
Gemeinden können für andere Zwecke, etwa die Alarmierung der Feuerwehr, eigene Signale verwenden. Welche das sind, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.
Warn-App NINA einrichten
NINA ist die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes. Damit sie warnt, müssen Sie Orte abonnieren - etwa Ihren Wohnort und den Ort Ihrer Arbeit. Auf Wunsch warnt die App auch für Ihren aktuellen Standort. Neben Warnungen des Bevölkerungsschutzes zeigt NINA Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes, Hochwasserinformationen und seit Juli 2025 auch Warnungen der Polizei bei besonderen Lagen.
Prüfen Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones, ob Mitteilungen für die App erlaubt sind - sonst kommt die Warnung nicht an. Neben NINA führt das BBK auch die Warn-Apps KATWARN und BIWAPP sowie regionale Apps als Warnkanäle auf.
Cell Broadcast ist keine SMS: Die Warnung wird als Rundsendung an alle Handys in einer Funkzelle geschickt - anonym, ohne dass jemand Ihre Nummer kennt, und auch dann, wenn das Netz für Anrufe überlastet ist. Übertragen wird nur Text, keine Bilder oder Karten.
Vorsorgen für den Notfall
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können; schon ein Vorrat für drei Tage hilft. Beim Wasser rechnet das BBK mit 2 Litern je Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen - für drei Personen sind das 18 Liter für drei Tage oder 60 Liter für zehn Tage. Denken Sie auch an Haustiere.
Fällt der Strom aus, funktionieren Radiosender weiter. Ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio mit Ersatzbatterien gehört deshalb in jeden Notvorrat.
Checkliste: gut gewarnt und vorbereitet
Einmal einrichten, dann sind Sie im Ernstfall erreichbar:
Abgehakte Punkte merkt sich Ihr Browser und druckt sie mit.
Besondere Fälle
- Am Warntag kam keine Nachricht aufs Handy
- Betriebssystem-Version prüfen (Android ab 11, iOS ab 16.1), Flugmodus aus. Ist das Handy aktuell, kann die Warnung je nach Funkzelle zeitversetzt eintreffen.
- Sirene heult außerhalb des Warntags
- Beim auf- und abschwellenden Ton handelt es sich um eine Warnung: in ein Gebäude gehen und Radio oder Warn-App einschalten. Andere Töne können die Feuerwehr alarmieren.
- Menschen mit Hörbeeinträchtigung
- Warn-Apps und Cell Broadcast zeigen die Warnung als Text an; viele Geräte können zusätzlich vibrieren oder blinken.
Worauf es ankommt
- Am Warntag ist die Warnung eine Probe - Sie müssen nichts tun. Nutzen Sie den Tag, um zu prüfen, ob Ihr Handy die Warnung empfängt.
- Nicht jede Gemeinde löst am Warntag Sirenen aus; die Teilnahme ist freiwillig.
- Cell-Broadcast-Nachrichten sind reine Textnachrichten ohne Bilder oder Karten - Details finden Sie in NINA oder im Radio.
Häufige Fragen
- Wann ist der nächste Warntag?Am Donnerstag, 9. September 2027. Der Bundesweite Warntag findet in der Regel jährlich am zweiten Donnerstag im September statt.Antwort
Am Donnerstag, 9. September 2027. Der Bundesweite Warntag findet in der Regel jährlich am zweiten Donnerstag im September statt.
- Um wie viel Uhr ist der Warntag?Gegen 11 Uhr wird eine Probewarnung verschickt, gegen 11:45 Uhr folgt die Entwarnung.Antwort
Gegen 11 Uhr wird eine Probewarnung verschickt, gegen 11:45 Uhr folgt die Entwarnung.
- Wie klingt die Sirene bei einer Warnung?Eine Minute lang auf- und abschwellender Heulton. Die Entwarnung ist ein einminütiger gleichbleibender Ton.Antwort
Eine Minute lang auf- und abschwellender Heulton. Die Entwarnung ist ein einminütiger gleichbleibender Ton.
- Brauche ich für Cell Broadcast eine App?Nein. Nötig sind ein eingeschaltetes Handy ohne Flugmodus und ein aktuelles Betriebssystem (Android 11 oder iOS 16.1 und neuer).Antwort
Nein. Nötig sind ein eingeschaltetes Handy ohne Flugmodus und ein aktuelles Betriebssystem (Android 11 oder iOS 16.1 und neuer).
- Ist die Warn-App NINA kostenlos?Ja, NINA ist die kostenlose Warn-App des Bundes für Android und iOS.Antwort
Ja, NINA ist die kostenlose Warn-App des Bundes für Android und iOS.
- Wie viel Wasser sollte ich für Notfälle lagern?Das BBK empfiehlt 2 Liter je Person und Tag, möglichst für 10 Tage, mindestens für 3 Tage.Antwort
Das BBK empfiehlt 2 Liter je Person und Tag, möglichst für 10 Tage, mindestens für 3 Tage.
- Wie lange dauert der Warntag?Die Probewarnung kommt gegen 11 Uhr, die Entwarnung gegen 11:45 Uhr.Antwort
Die Probewarnung kommt gegen 11 Uhr, die Entwarnung gegen 11:45 Uhr.
- Was ist der Unterschied zwischen Cell Broadcast und SMS?Cell Broadcast geht als Rundsendung anonym an alle Handys einer Funkzelle und funktioniert auch bei überlastetem Netz. Eine SMS wird an einzelne Nummern verschickt.Antwort
Cell Broadcast geht als Rundsendung anonym an alle Handys einer Funkzelle und funktioniert auch bei überlastetem Netz. Eine SMS wird an einzelne Nummern verschickt.
- Welche Warn-Apps gibt es?Die Warn-App NINA des Bundes, außerdem KATWARN, BIWAPP und regionale Warn-Apps.Antwort
Die Warn-App NINA des Bundes, außerdem KATWARN, BIWAPP und regionale Warn-Apps.
- Warum gab es in meinem Ort am Warntag keine Sirene?Die Teilnahme der Kommunen am Warntag ist freiwillig, und nicht jede Gemeinde hat ein Sirenennetz.Antwort
Die Teilnahme der Kommunen am Warntag ist freiwillig, und nicht jede Gemeinde hat ein Sirenennetz.
Quellen
- BBK - Bundesweiter Warntag ↗
- BBK - Sirenen und Sirenensignale ↗
- BBK - Cell Broadcast ↗
- BBK - Warn-App NINA ↗
- BBK - So werden Sie gewarnt (Warnkanäle und Warn-Apps) ↗
- BBK - Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen" ↗
Geprüft am 27. Oktober 2026 gegen die Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (bbk.bund.de) und dessen Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen". Alle Angaben ohne Gewähr.