Meldebescheinigung beantragen: einfach, erweitert, Kosten
Die Meldebescheinigung ist der amtliche Nachweis, dass Sie unter einer bestimmten Anschrift gemeldet sind. Es gibt sie in einer einfachen und einer erweiterten Form - welche Sie brauchen, sagt Ihnen die Stelle, die sie verlangt.
Wofür sie gebraucht wird
- Anmeldung einer Eheschließung beim Standesamt - dort fast immer die erweiterte Form
- Kontoeröffnung und Kreditanträge
- Zulassung eines Fahrzeugs, wenn der Ausweis die aktuelle Anschrift nicht zeigt
- Vorlage bei Arbeitgebern, Versicherungen oder Gerichten
- Nachweis gegenüber Behörden im Ausland - dann oft mehrsprachig oder mit Apostille
Einfach oder erweitert - der Unterschied
Was in der einfachen Meldebescheinigung steht, ist in § 18 BMG abschließend geregelt:
| Einfache Meldebescheinigung | Erweiterte Meldebescheinigung |
|---|---|
| Familienname Vornamen mit Kennzeichnung des gebräuchlichen Vornamens Doktorgrad Geburtsdatum derzeitige Anschriften, gekennzeichnet nach Haupt- und Nebenwohnung |
zusätzlich auf Antrag weitere gespeicherte Daten - etwa Geburtsort, Staatsangehörigkeiten, Familienstand, gesetzliche Vertreter, Ehegatte oder Lebenspartner, frühere Anschriften und Einzugsdatum |
Die erweiterte Form gibt es nur auf Antrag und nur mit den Daten, die Sie ausdrücklich bescheinigt haben wollen. Fragen Sie vorher bei der Stelle nach, welche Angaben sie genau braucht - sonst stehen entweder zu wenige Daten drin oder mehr, als nötig wäre.
Drei Begriffe, die ständig verwechselt werden
| Dokument | Was es ist | Wer es ausstellt |
|---|---|---|
| Meldebestätigung | Bestätigung über die soeben erfolgte An- oder Ummeldung. Sie bekommen sie beim Meldevorgang, ohne Antrag und kostenfrei. | Meldebehörde, automatisch |
| Meldebescheinigung | Amtlicher Nachweis über Ihre aktuelle Meldelage, jederzeit beantragbar - einfach oder erweitert. | Meldebehörde, auf Antrag |
| Aufenthaltsbescheinigung | Kein bundesgesetzlicher Begriff. Meist ist damit dieselbe Meldebescheinigung gemeint, manche Ämter verwenden den Ausdruck für eine Form mit Angaben zum Aufenthaltszeitraum. | Meldebehörde |
Wenn eine Stelle eine „Aufenthaltsbescheinigung“ verlangt, fragen Sie dort nach, welche Angaben darauf stehen müssen, und beantragen Sie dann die passende Form der Meldebescheinigung. Das spart einen zweiten Gang.
So beantragen Sie sie
- Klären, welche Daten gebraucht werden. Einfach oder erweitert - und wenn erweitert, welche Angaben genau.
- Antrag stellen - persönlich im Bürgeramt, schriftlich oder in vielen Kommunen online.
- Identität nachweisen mit Personalausweis oder Reisepass; bei Antrag durch eine andere Person zusätzlich Vollmacht.
- Bescheinigung erhalten. Bei persönlicher Vorsprache meist sofort.
Die elektronische Bereitstellung über das Bürgerkonto ist nach dem Bundesmeldegesetz gebührenfrei. Für die schriftliche Ausfertigung erheben die Kommunen eine Gebühr - wie hoch, regelt das Landes- und Kommunalrecht.
Sonderfälle
- Für eine andere Person. Nur mit schriftlicher Vollmacht und Ausweiskopie der betroffenen Person.
- Für das Ausland. Manche Länder verlangen eine mehrsprachige Ausfertigung oder eine Apostille - das dauert länger und sollte vorher geklärt werden.
- Auskunftssperre. Besteht eine Sperre im Melderegister, wird die Bescheinigung nur unter besonderen Bedingungen erteilt.
- Frühere Anschriften. Sie erscheinen nur in der erweiterten Form und nur, soweit sie im Register gespeichert sind.
Hintergrund: Bundesmeldegesetz
Seit 2015 gilt das Bundesmeldegesetz bundesweit einheitlich - davor war das Melderecht Ländersache. Geführt wird das Melderegister von der Meldebehörde Ihrer Gemeinde, organisatorisch meist im Bürgeramt oder Einwohnermeldeamt.
Die Bescheinigung gibt nur den Registerstand wieder. Sie sagt nichts darüber aus, ob Sie tatsächlich dort wohnen - dafür ist die Wohnungsgeberbestätigung bei der Anmeldung zuständig.
Häufige Fragen
Was ist eine Meldebescheinigung?
Ein amtlicher Nachweis der Meldebehörde darüber, dass Sie unter einer bestimmten Anschrift gemeldet sind. Sie enthält nach § 18 BMG Name, Vornamen, Doktorgrad, Geburtsdatum und die aktuellen Anschriften, gekennzeichnet nach Haupt- und Nebenwohnung.
Was ist der Unterschied zur erweiterten Meldebescheinigung?
Die erweiterte Form enthält auf Antrag zusätzliche gespeicherte Daten, etwa Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Familienstand oder frühere Anschriften. Standesämter verlangen bei der Anmeldung einer Eheschließung fast immer diese Form.
Was kostet eine Meldebescheinigung?
Die Gebühr ist landes- und kommunalrechtlich geregelt; eine bundesweite Zahl gibt es nicht. Die elektronische Bereitstellung über das Bürgerkonto ist nach dem Bundesmeldegesetz gebührenfrei.
Wo bekomme ich eine Meldebescheinigung?
Bei der Meldebehörde Ihrer Gemeinde - je nach Ort im Bürgeramt oder Einwohnermeldeamt. Viele Kommunen bieten den Antrag inzwischen auch online an.
Ist eine Meldebestätigung dasselbe?
Nein. Die Meldebestätigung bekommen Sie automatisch bei der An- oder Ummeldung und sie dokumentiert diesen Vorgang. Die Meldebescheinigung ist ein eigenes Dokument, das Sie jederzeit beantragen können.
Kann jemand anderes sie für mich beantragen?
Ja, mit schriftlicher Vollmacht und einer Ausweiskopie der betroffenen Person. Die bevollmächtigte Person muss sich selbst ebenfalls ausweisen.
Rechtsgrundlagen
Unterlagen, Gebühren und Dauer auf einen Blick
- Unterlagen
- Personalausweis oder Reisepass
- Gebühren
- Je nach Kommune unterschiedlich - die genaue Gebühr nennt die Stadt Ihrer Stadt
- Bearbeitungszeit
- Sofort
- Online / Termin
- In manchen Kommunen online bestellbar
Bürgeramt in Ihrer Stadt
Adresse, Öffnungszeiten und Zuständigkeit stehen auf der Seite Ihrer Stadt.