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Führerschein umtauschen: Fristen, Kosten und Ablauf

Das Wichtigste in Kürze

Alle alten Führerscheine müssen gegen einen EU-Kartenführerschein getauscht werden. Welche Frist für Sie gilt, hängt bei Papierführerscheinen vom Geburtsjahr ab, bei Kartenführerscheinen vom Ausstellungsjahr. Es wird dabei keine Prüfung wiederholt und kein Sehtest verlangt - die Fahrerlaubnis selbst bleibt unverändert, getauscht wird nur das Dokument.

Das Wichtigste zu diesem Behördengang
ZuständigFührerscheinstelle
Gebühr26,50 € bundeseinheitlich (25,50 € nach Nr. 202.5 und 1,00 € nach Nr. 126.2 GebOSt), zuzüglich Lichtbild
DauerHerstellung bei der Bundesdruckerei, meist mehrere Wochen
Fristgestaffelt, spätestens 19. Januar 2033
RechtsgrundlageAnlage 8e Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)

Zuständige Stelle

Dieser Behördengang läuft über die Führerscheinstelle. Adresse, Öffnungszeiten und Termine an Ihrem Wohnort finden Sie hier:

Worum es geht

Hinter dem Pflichtumtausch steht die dritte EU-Führerscheinrichtlinie: ein einheitliches, fälschungssicheres Dokument in allen Mitgliedstaaten und ein Ende der unbefristeten Führerscheine - künftig befristet auf 15 Jahre, damit Lichtbild und Daten aktuell bleiben. Die gestaffelten Fristen sind eine Verwaltungsentscheidung: Würden alle gleichzeitig tauschen, wären die Führerscheinstellen überlastet.

Welche Frist für Sie als Nächstes ansteht

Zeitleiste der Umtauschfristen nach Anlage 8e FeV: Kartenführerscheine der Ausstellungsjahre 1999 bis 2001 mussten bis 19. Januar 2026 umgetauscht werden, 2002 bis 2004 sind als Nächstes am 19. Januar 2027 fällig, danach jährlich bis 2033.
Stand der Fristen: Anlage 8e Fahrerlaubnis-Verordnung.

Papierführerscheine (ausgestellt bis 31. Dezember 1998)

GeburtsjahrFristStatus
1953 bis 195819. Juli 2022abgelaufen
1959 bis 196419. Januar 2023abgelaufen
1965 bis 197019. Januar 2024abgelaufen
1971 oder später19. Januar 2025abgelaufen
vor 195319. Januar 2033noch Zeit

Kartenführerscheine (ausgestellt ab 1. Januar 1999)

AusstellungsjahrFristStatus
1999 bis 200119. Januar 2026abgelaufen
2002 bis 200419. Januar 2027als Nächstes fällig
2005 bis 200719. Januar 2028
200819. Januar 2029
200919. Januar 2030
201019. Januar 2031
201119. Januar 2032
2012 bis 18. Januar 201319. Januar 2033

Sonderregel für ältere Jahrgänge

Wer vor 1953 geboren ist

Hat unabhängig vom Ausstellungsjahr des Führerscheins bis zum 19. Januar 2033 Zeit. Diese Regel geht den Tabellen vor. Das Ausstellungsdatum Ihres Kartenführerscheins finden Sie auf der Vorderseite unter Feld 4a.

Was der Umtausch kostet

Der Umtausch ist bundesweit über die Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) geregelt: 25,50 Euro nach Nummer 202.5 für die Umstellung und 1,00 Euro nach Nummer 126.2 für die Erfassung im Zentralen Fahrerlaubnisregister - zusammen 26,50 Euro. Dazu kommen die Kosten für ein biometrisches Lichtbild.

Ist der alte Führerschein nicht von der Behörde ausgestellt worden, bei der Sie heute wohnen, muss eine Karteikartenabschrift von der früheren Stelle angefordert werden - das kann eine zusätzliche Gebühr und vor allem Zeit kosten. Manche Kommunen bieten gegen eine zusätzliche, von ihnen selbst festgelegte Gebühr einen direkten Postversand des neuen Führerscheins an; das steht nicht in der GebOSt und ist deshalb von Ort zu Ort verschieden.

Der Ablauf

  1. 1. Frist prüfenanhand der Tabellen oben.
  2. 2. Termin vereinbarenviele Führerscheinstellen arbeiten ausschließlich mit Terminvergabe, und vor Fristende sind die Termine knapp.
  3. 3. Antrag stellenmit Ausweis, altem Führerschein und Lichtbild.
  4. 4. Bearbeitung abwartender neue Führerschein wird zentral bei der Bundesdruckerei hergestellt; rechnen Sie mit mehreren Wochen.
  5. 5. Abholender alte Führerschein wird dabei eingezogen.

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Besondere Fälle

Was passiert, wenn die Frist verstrichen ist?
Die Fahrerlaubnis bleibt bestehen - sie erlischt nicht. Wer aber nach Fristablauf mit dem alten Dokument kontrolliert wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Verwarnungsgeld rechnen; Punkte in Flensburg gibt es dafür nicht. Im Ausland kann das abgelaufene Dokument unter Umständen nicht mehr anerkannt werden. Der Umtausch ist jederzeit nachholbar.
Wohnsitz im Ausland
Zuständig ist die Behörde am Wohnort. Wer dauerhaft im Ausland lebt, klärt den Umtausch mit der dortigen Stelle.
Führerschein verloren
Dann ist es kein Umtausch, sondern eine Ersatzausstellung - mit Verlusterklärung und in der Regel höherer Gebühr.
Name geändert
Bringen Sie die Urkunde mit, die die Änderung belegt (Eheurkunde, Namensänderungsbescheid).
Mehrere Fahrerlaubnisklassen
Für Lkw- und Busklassen gelten eigene Befristungen und Untersuchungspflichten, die mit dem Pflichtumtausch nichts zu tun haben.

Worauf es ankommt

  • Die Fristen sind bundesweit einheitlich - es gibt hier keine Landesunterschiede.
  • Der Pflichtumtausch ist eine reine Dokumentenerneuerung: kein Sehtest, keine Gesundheitsprüfung, die bestehenden Fahrerlaubnisklassen bleiben erhalten.
  • Vor Fristende sind die Termine bei den Führerscheinstellen knapp - früh kümmern lohnt sich.

Häufige Fragen

Rechtsgrundlagen

Geprüft am 21. Oktober 2026 gegen Anlage 8e FeV (alle Fristen wörtlich bestätigt) und gegen die GebOSt-Anlage (Nr. 202.5 und 126.2, zusammen 26,50 €). Eine im Bestand genannte feste „6,50-Euro"-Gebühr für den Direktversand steht nicht in der GebOSt und wurde deshalb ohne feste Zahl formuliert. Alle Angaben ohne Gewähr - verbindlich ist die zuständige Behörde.

Etwas stimmt nicht? Falsche Öffnungszeit, veraltete Angabe, ein Amt oder Wertstoffhof, den es so nicht mehr gibt: Sagen Sie uns Bescheid, wir sehen nach.