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Bauantrag stellen: Ablauf, Unterlagen und Genehmigung

Das Wichtigste in Kürze

Der Bauantrag ist der förmliche Weg zur Baugenehmigung. Eingereicht wird er nicht von Ihnen persönlich, sondern über eine bauvorlageberechtigte Person - üblicherweise Architektin oder Bauingenieur. Erst mit der Genehmigung in der Hand darf gebaut werden.

Das Wichtigste zu diesem Behördengang
ZuständigBauamt
Gebührrichtet sich nach der Landes- bzw. Kommunalgebührenordnung, meist ein Promillesatz der Rohbausumme
Dauerbei vollständigen Unterlagen häufig 4 bis 12 Wochen, komplexe Vorhaben länger
Rechtsgrundlage§ 29 BauGB (Begriff des Vorhabens), Bauordnung und Bauvorlagenverordnung des Bundeslandes

Zuständige Stelle

Dieser Behördengang läuft über das Bauamt. Adresse, Öffnungszeiten und Termine an Ihrem Wohnort finden Sie hier:

Worum es geht

Wer ein Haus baut, anbaut oder ein Gebäude anders nutzen will, braucht dafür in aller Regel eine Baugenehmigung. Den Antrag dafür stellt der Bauherr, verfasst und unterschrieben wird er aber von einer bauvorlageberechtigten Person. Dieser Punkt überrascht viele: Der Bauantrag ist kein Formular, das man selbst ausfüllt.

Der Bauherr bleibt trotzdem verantwortlich: Er unterschreibt den Antrag, trägt die Gebühren und haftet dafür, dass gebaut wird, was genehmigt wurde.

Brauche ich überhaupt eine Genehmigung?

Nicht jedes Vorhaben muss durch das Verfahren. Die Landesbauordnungen führen Listen von Vorhaben, die verfahrensfrei sind - Gartenhäuser bis zu einer bestimmten Größe, Carports, Terrassenüberdachungen. Das ist die erste Frage, die Sie klären sollten, weil sie über den gesamten Aufwand entscheidet.

Zuerst prüfen

Bauen ohne Baugenehmigung: was verfahrensfrei ist → - mit den geprüften Grenzwerten für Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Ist die Lage unklar - etwa weil kein Bebauungsplan gilt oder Sie von ihm abweichen wollen -, ist die Bauvoranfrage der günstigere erste Schritt. Sie klärt einzelne Fragen verbindlich, bevor die vollständige Planung bezahlt ist.

Wer den Antrag einreichen darf

Die Bauvorlagen müssen von einer bauvorlageberechtigten Person erstellt und unterschrieben werden. Wer das sein darf, regelt das Landesrecht; in der Regel sind das eingetragene Architektinnen und Architekten sowie Bauingenieurinnen und Bauingenieure mit entsprechender Eintragung. Für kleinere, verfahrensfreie Vorhaben entfällt die Pflicht, weil dort gar kein Antrag nötig ist.

Vom Entwurf zur Baugenehmigung

Fünf Schritte vom Entwurf bis zur Baugenehmigung: Vorbereitung, Bauvorlagen erstellen, Einreichen, Prüfung, Genehmigung und Baubeginn.
Der Ablauf in fünf Schritten - Details zu jedem Schritt stehen unten.

Vereinfachtes oder volles Verfahren

Die meisten Wohngebäude laufen im vereinfachten Genehmigungsverfahren. Die Behörde prüft dort nur einen eingeschränkten Katalog - im Kern das Planungsrecht, Abstandsflächen und beantragte Abweichungen. Standsicherheit und Brandschutz werden nicht von der Behörde geprüft, sondern bleiben in der Verantwortung der Nachweisberechtigten.

Das ist die häufigste Fehlvorstellung beim Bauantrag: Eine Genehmigung im vereinfachten Verfahren ist keine Bestätigung, dass das Gebäude in jeder Hinsicht geprüft wurde. Sie sagt nur, dass dem Vorhaben aus dem geprüften Blickwinkel nichts entgegensteht.

Kosten und Dauer im Überblick

Beides hängt vom Land und vom Vorhaben ab und lässt sich nicht bundesweit beziffern. Die Mechanik ist aber überall ähnlich, und die folgenden Seiten erklären sie im Detail:

Was Bauantrag und Baugenehmigung kosten

Wonach sich die Gebühr bemisst und welche Nebenkosten dazukommen.

Wie lange es dauert und wie lange die Genehmigung gilt

Bearbeitungszeit, Genehmigungsfiktion und Geltungsdauer.

Welche Unterlagen der Bauantrag braucht

Die Bauvorlagen Stück für Stück.

Bevor Sie den Bauantrag einreichen

Fünf Punkte, die das Verfahren beschleunigen:

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Abgehakte Punkte merkt sich Ihr Browser und druckt sie mit.

Der Ablauf in fünf Schritten

  1. Vorbereitung

    Bebauungsplan einsehen, Grundstücksgrenzen klären, Entwurfsverfasser beauftragen. Wo der Ausgang unsicher ist, vorher eine Bauvoranfrage stellen.

  2. Bauvorlagen erstellen

    Lageplan, Bauzeichnungen, Baubeschreibung, Berechnungen und Nachweise - die Liste im Detail.

  3. Einreichen

    Bei der unteren Bauaufsichtsbehörde, je nach Ort das Bauamt der Stadt oder das Bauordnungsamt des Landkreises. Viele Länder nehmen den Antrag inzwischen digital entgegen.

  4. Prüfung

    Die Behörde prüft Vollständigkeit und Zulässigkeit und beteiligt bei Bedarf andere Stellen - Denkmalschutz, Naturschutz, Straßenbaulastträger, Brandschutz. Unvollständige Anträge werden zurückgereicht; die Frist beginnt erst mit vollständigen Unterlagen.

  5. Genehmigung und Baubeginn

    Mit der Baugenehmigung und den geforderten Anzeigen darf gebaut werden. Die Genehmigung ist befristet - wie lange sie gilt.

Worauf es ankommt

  • Die Bearbeitungsfrist beginnt erst, wenn der Antrag vollständig ist - fehlende Unterlagen verzögern das Verfahren direkt.
  • Eine Zustimmung des Nachbarn ist nicht generell nötig, wird aber relevant, wenn von Vorschriften abgewichen wird, die auch ihm dienen - etwa bei Abstandsflächen.
  • Ohne Genehmigung gebaut, kann die Behörde die Arbeiten einstellen und den Rückbau verlangen - auch Jahre später.

Häufige Fragen

Rechtsgrundlagen

Geprüft am 21. Oktober 2026 gegen §§ 29, 34 BauGB. Verfahrensangaben sind bewusst allgemein gehalten, weil Baurecht überwiegend Landesrecht ist; verbindlich ist die Bauordnung Ihres Landes. Alle Angaben ohne Gewähr - verbindlich ist die zuständige Behörde.

Etwas stimmt nicht? Falsche Öffnungszeit, veraltete Angabe, ein Amt oder Wertstoffhof, den es so nicht mehr gibt: Sagen Sie uns Bescheid, wir sehen nach.